Dario Argento bei
Bertz + Fischer Letzte
Woche ist im Bertz + Fischer-Verlag die erste ernstzunehmende deutsche Studie
zum Werk des italienischen Genre-Auteurs Dario Argento erschienen. "Dario
Argento – Anatomie der Angst" heißt der von Michael Flintrop und Marcus
Stiglegger herausgegebene Sammelband, der in der anspruchsvollen Reihe "Deep
Focus" erschienen ist, in der bislang vor allem Dissertationen und Habilitationsschriften
verlegt wurden. Das
wie gewohnt liebevoll bebilderte Buch enthält neben Besprechungen aller Regiearbeiten
des Meisters des giallo all'italiana
und des modernen Gothic-Horrors
Alles
beginnt mit einem Kinobesuch, den eine Mutter (Julia Ormond) mit ihrem 9-jährigen
Sohn unternimmt. Auf dem Programm steht ein Horrorfilm – "Shifter",
in dem, so legt es der Dialog nahe, Menschen die Gesichter abgezogen werden.
Die anschließende Taxifahrt zeigt bald, dass die Welt außerhalb des
Multiplexkinos eine weitaus schlimmere und obendrein ganz reale Gewalt
bereithält. Denn der schweigsame Fahrer (Vincent D'Onofrio), der Tim (Evan
Bird) und seine Mutter nach Hause bringen soll,
earBOOKS: Ennio Morricone Ennio Morricone zählt fraglos zu den bedeutendsten Filmkomponisten
unserer Zeit. Unvergessen sind die Kompositionen, die der heute 84-Jährige in
den 1960er-Jahren für Sergio Leones Italowestern schrieb und die ihn schlagartig
zu einem der begehrtesten Filmkomponisten Europas machten. Seine revolutionäre
Filmmusik zu "Per un pugno di dollari" (Für eine Handvoll Dollar"; 1964), eine eingängige
Fusion aus Stilelementen der Popmusik, der Avantgarde und folkloristischer
Traditionen, wurde schnell zum Modell für unzählige nachfolgende Western.
Retrospektive Paolo Sorrentino beim
Filmfest München Anlässlich des deutschen Kinostarts
von Paolo Sorrentinos "La grande bellezza" hier ein kurzes Porträt
des italienischen Filmemachers, das ich zu der diesjährigen Retrospektive auf
dem 31. Filmfest München für den Bayerischen Rundfunk und dessen Filmmagazin
"Kino Kino" geschrieben habe. Das 31. Filmfest
München würdigt mit Paolo Sorrentino und Alejandro Jodorowsky dieses Jahr zwei
bedeutende Protagonisten des internationalen Kinos mit längst überfälligen Retrospektiven.
Zu dieser mutigen und eher unkommerziellen Wahl muss man den Filmfestmachern gratulieren.
Denn sowohl Sorrentino wie Jodorowsky gehören zwar unterschiedlichen
Generationen an, kommen aber beide eher von den Rändern des gemeinhin gültigen Kinokanons:
"To the
Wonder" (USA 2013; Regie:
Terrence Malick) Zwanzig Jahre lang, bis zu "The Thin Red Line"
("Der schmale Grat; 1998), galt Terrence Malick als "runaway
genius" (Peter Biskind), als ein verschollener Großmeister des
US-amerikanischen Kinos, der sich nach gerade einmal zwei Filmen in den 1970er
Jahren – der Gangsterballade "Badlands" (1973) und dem
Landarbeiter-Melodram "Days of Heaven" ("In der Glut des
Südens"; 1978), völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. In
diesen zwanzig Jahren wuchs Malicks Ruf vom vielversprechenden Talent zum Kinomagier
von nahezu mythischem Rang. Auch die Geschichten, die Zeitungen und Magazine
über den öffentlichkeitsscheuen Regisseur und Drehbuchautor über die Jahre
kolportierten, waren vor allem eines: Arbeit am Mythos.
Harald Steinwender, Dr. phil., geboren 1977, Studium der Filmwissenschaft, Publizistik und Philosophie in Mainz.
Während des Studiums und danach Arbeit als freier Autor, Drehbuchlektor und Übersetzer. Beiträge u.a. für Splatting Image, Screenshot, Film-Konzepte, MEDIENwissenschaft (Print); www.ard.de, www.br.de, www.filmgazette.de (Online), KinoKino (TV) sowie für filmwissenschaftliche und -historische Sammelbände und Nachschlagewerke.
Promotion 2009 mit der Studie „Sergio Leone – Es war einmal in Europa“ (Bertz+Fischer, 2009, 2. Aufl. 2012).
Ab 2010 redaktioneller Mitarbeiter und freier Redakteur im Programmbereich Spiel – Film – Serie und in der Kinoredaktion des Bayerischen Rundfunks (BR) in München. Dramaturgische Mitarbeit u.a. bei „Let’s go!“ (2014, TV), Koproduzent bei „Alles Inklusive“ (2014, Kino) sowie Redaktion bei „Mitten in Deutschland: NSU – Die Ermittler: Nur für den Dienstgebrauch“ (2016, TV) und dem Dokumentarfilm „Der NSU-Komplex“ (2016, TV).
Seit 2016 Redakteur und Programmplaner für die beim BR angesiedelte 3sat-Koordination der ARD.